Innerer Frieden

Sonntag, 05 Januar 2014 geschrieben von  Johannes Söllner
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Eleanor Longden: Die Stimmen in meinem Kopf - A GREAT TED TALK! bipolarorwakingup

Ich habe ein wenig darüber nachgedacht womit ich meinen neuen Blog eröffnen könnte. Und weil das immer so aktuell ist, es geht um den Inneren Frieden, manchmal auch Seelenfrieden genannt.

Es gibt ja einige Formen von Frieden. Zwischen einzelnen Menschen, zwischen Nationen. Dann gibt es da den Frieden des Geistes. Streitende Leute fordert man auf friedlich zu sein. Seinen Frieden bekommen ist ein Ausdruck der verwendet wird wenn jemand stirbt, Recht bekommt oder (üblicherweise) materiell zufriedengestellt wird. Was am äußeren Frieden auffällt ist, dass es um das Unterbleiben von offensichtlicher Aggression geht. Lediglich wütend zu sein reicht nicht aus um Frieden zu brechen. Aber wie passt das mit innerem Frieden beziehungsweise Seelenfrieden zusammen?

Ich denke, dass diese Konvention recht viel Weisheit in sich trägt. Soweit ich inneren Frieden erlebt habe, und soweit ich von Leute gehört habe die behaupten Grade inneren Friedens erreicht zu haben geht es darum, keinen Kampf gegen die eigenen Gedanken zu führen. Auch nicht im Sinne gedankenlos zu sein. Lediglich nicht dagegen zu kämpfen. Das Vesseling kennt so ein Konzept, aber natürlich ist es viel älter. Andere können besser beurteilen ob die Ansätze der Gedankenfreiheit wie sie in manchen Meditationsformen praktiziert werden grundsätzlich anders sind. Hier aber geht es darum sich nicht dem Gedankenstrom zu widersetzen, ihn gleichzeitig aber auch nicht die Kontrolle übernehmen zu autumn leaves lassen. Also im Frieden mit seinen Gedanken zu leben, ohne sie mit sich selbst zu verwechseln, ohne sich ihnen zu unterwerfen. Bis heute habe ich gedacht, dass das im Wesentlichen eben die Sache ist. Aber eben heute hat mir eine Kollegin eine Methode namens "The Work" (von Byron Katie) gezeigt. Was ich davon gesehen habe finde ich super. Vielleicht geht das nicht tief in die energetische Ebene, ich kann es nicht sagen, aber was ich davon erlebt habe empfinde ich als außerordentlich befreiend. Es ist gut die Ursachen seiner Gedanken schrittweise energetisch aufzulösen. Es ist auch gut sich nicht gegen sie zu wehren, denn im Widerstand liegt Schmerz und nur eine Verstärkung des Problems. Aber diese Methode scheint einen Ansatz zu bieten auf rationaler und emotionaler Ebene Freiheit von Gedankenmustern zu finden. Außerdem scheint mir, zusätzlich zur Lösung energetischer Blockaden, ist ein gewisser intellektueller Zugang sinnvoll um Verständnis zu vertiefen. Es ist schön durch das Auflösen von Blockaden zu automatischem Respekt seiner Umwelt gegenüber zu finden. Ich kann mir aber vorstellen, es funktioniert noch schneller, wenn das Ego durch eine Methode wie The Work darauf trainiert ist zu reflektieren, die Relativität von Gedankengängen zu sehen und Überzeugungen loszulassen. Ich freue mich sehr darauf mehr über The Work von Byron Katie zu lernen und werde das, wenn es soweit ist, hier teilen.

Aber warum das TED Video? I habe diese Präsentation von Eleanor Longden vor einer Weile erstmalig gesehen und war und bin sehr beindruckt. Glücklicherweise habe ich keine Erfahrung damit Stimmen in meinem Kopf zu hören. Ich nehme an es kann sehr verausgabend und belastend sein, um es sanft auszusprechen. Jedenfalls, ich finde Eleanor so beindruckend weil sie zu einem gewissen Zeitpunkt erkannt hat, dass es sie zerstören würde die Stimmen, die wohl im Wesentlichen Gedanken sind, weiter zu bekämpfen. Sehr belastende und vielleicht nervtötende Gedanken, aber Gedanken. Sie hat davon Abstand genommen diese zu bekämfen und hat ihnen zugehört, aber ohne sie sozusagen erst zu nehmen, oder (was wirklich gefährlich gewesen wäre), zu tun wozu diese sie aufforderten. Vielleicht in der Art wie man mit einem aggressiven oder sehr betrunkenen Freund umgehen würde (so meine ich auch das nicht erstnehmen, es hat etwas Liebevolles an sich). Sie hat letztenendes den Schmerz hinter den Stimmen gefunden und damit ihre eigenen fundamentalen Verletzungen auflösen können. Im Aufgeben des Widerstandes, aber mit dem nötigen Abstand zu diesen Gedanken, hat sie sich selbst erlaubt zu heilen. Ich habe den Eindruck sie hat für ihre eigenen Gedanken Mitgefühl entwickelt, und damit letztenendes für ihre eigenen Verletzungen. Ich kann nicht jedem der Stimmen hört vorschlagen, dass er das tun sollte. Ich weiß nicht ob jeder dazu in der Lage wäre das zu erreichen und ich bin kein Psychologe oder Psychiater um das einzuschätzen. Aber der Ansatz der Heilung ist so klar, hinter den Ärger/die Frustration und den Hass zu sehen um die elementaren existierenden Verletzungen in einem selbst zu heilen. Daher wollte ich Ihnen von Eleanor erzählen. Und offensichtlich hat es ihr geholfen, ausgehend von einem Zustand emotionaler Verwüstung, inneren Frieden zu finden. Ich hoffe die meisten von uns brauchen keine Stimmen in Ihrem Kopf, um damit zu beginnen.


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Gelesen 357763 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 22 Oktober 2015 15:27

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