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Ist es gut nahestehende Menschen zu behandeln?

Dienstag, 29 September 2015 geschrieben von  Johannes Söllner
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HeidelbeerenIch finde es ausgezeichnet Familienmitglieder oder Partner zu behandeln. Ich habe aber schon gehört daß es für viele Therapeuten nicht funktioniert weil diese “zu nahe” sind. Dann möchte ich darauf hinweisen daß genau darin die größte Chance besteht, nämlich auch ganz besonders sich selbst zu begegnen. Aus der Sicht des Behandelnden gibt es allerdings einige mögliche Knackpunkte, denen aus meiner Sicht aber allesamt durch die geeignete Haltung des Therapeuten begegnet werden kann.

  • Laß den Dingen Raum. Versuche nicht zu helfen. Im besten Fall hilfst Du nicht. Im schlechtesten verzweifelst Du. Dieser Aspekt ist nicht anders als sonst, lediglich verlockender durch die intensivere Beziehung.

  • Keine Ungleichheit in der Beziehung fördern. Du bist kein Heiler, lediglich trainierter Begleiter. Auch wenn es gut gemeint sein mag. Aus eigener Erfahrung, sich als der zu positionieren der es schon richten wird was im Anderen nicht stimmt ist erstens unrichtig (Heilung erfolgt immer durch den Betroffenen selbst), und ist zweitens lediglich eine Egofantasie die das Ego des Anderen bestenfalls in den Widerstand führen wird. Im ungünstigsten Fall ist es mißbräuchlich.

  • Niemals versuchen etwas geradezubiegen das Dich stört. Das mag das verlockendste daran sein etwa bei der Arbeit mit Kindern oder dem Partner oder damit die Eltern nachvollziehen können wie es damals für einen war. Achte auf Deine Bewertungsfreiheit, gib Dir aber auch selber den Raum aufsteigende Themen anzusehen.

  • Wenn Du nichts spüren kannst, ist das vielleicht Teil des Themas? Möchtest Du Ihn oder Sie spüren? Oder was lehnst Du an Dir selber ab zu spüren? Wo in Deinem Körper nimmst Du das wahr?

In der inneren Haltung liegt der Schlüssel, und genaugenommen sollte es keinen Unterschied machen ob man einen Klienten, seinen Lebensgefährten oder sich selbst betrachtet.

Wenn es bei Nahestehenden scheitert, wie viel von sich selbst kanst Du zulassen? Andererseits, genau durch diese Nahbeziehung in es gut möglich selber ein Teil des angesehenen Themas zu sein. Beides sind Chancen.

Dann handelt es sich um eine Gelegenheit eine Andere Perspektive wahrzunehmen wie es sonst kaum möglich wäre. Oder auch Teile der Thematik sind aus der Eigenen Kindheit bekannt (etwas bei Geschwistern). Das ist ein Geschenk, die Möglichkeit selber ein Stück weit zu heilen während man das Gegenüber begleitet.

Werden diese Aspekte berücksichtigt kann es speziell für Dich selbst daher ausgesprochen lohnend sein Verwandte und andere nahestehende Personen zu behandeln. Zum einen kann man Einblicke in das Wesen des Anderen bekommen die zu neuem Respekt und Anerkennung führen. Negativ wird die Erfahrung nicht sein wenn Du der Haltung des Heilers folgst. Auf diese Haltung werde ich bei anderer Gelegenheit noch weiter eingehen, aber einige wesentliche Aspekte sind eben die angesprochene Bewertungsfreiheit, das Sein lassen, das nicht-reparieren-wollen. Es bietet die Chance eine mehr außenstehende Perspektive auf die gemeinsame Lebenssituation zu gewinnen. In manchen Fällen mag man überrascht sein daß Dinge die man für seine eigenen und privaten Dämonen gehalten hat auch bei Familienmitgliedern bekannt sind. Aber vermutlich am wesentlichsten ist daß eine Zusammentreffen in der Haltung des Heilers auf verschiedenen Ebenen und über die Behandlung hinaus heilsam für beide ist und zu einem Gefühl der Verbundenheit beitragen kann.

 


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Gelesen 1411 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 22 Oktober 2015 13:40

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