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Diktatoren und die Liebe

Dienstag, 03 November 2015 geschrieben von 
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DiktatorenAls einleitender Satz, ich möchte mit diesem Artikel Diktatoren keineswegs verharmlosen. Ich schreibe dies als Warnung vor dem alltäglichen Faschismus. Ich möchte Diktatoren allerdings menschlicher darstellen als das in meiner Erfahrung oft passiert. Nicht weil ich die historischen Handlungen etwa von Hitler oder Stalin in ihrer Unfassbarkeit reduzieren möchte. Im Gegenteil, weil ich darlegen will, dass der Kern des Wesens eines Diktators sehr menschlich ist und in fast allen von uns angelegt. Wir müssen den Faschismus und Populismus in ihrem Kern verstehen um ihnen begegnen zu können. Das Wesen von Menschen wie Hitler, Stalin, Pol Pot oder Idi Amin (im Kontrast zu den von ihnen aufgebauten Machtapparaten) für monströs zu halten würde nur bedeuten nicht Vorsicht walten lassen zu müssen wenn andere oder wir selbst nach Macht streben oder Gruppen Andersdenkender für böse, unsittlich, minderwertig, pauschal gefährlich, fremd etc. erklären. Formulierungen wie "Reich des Bösen" legen nahe daß es sich bei diesen Diktaturen um etwas unmenschliches handelt und wir selber nicht betroffen sein können. Das ist nicht so. Ich bin überzeugt, dass im Kern jedes Diktators wie auch jedes Links- und Rechtspopulisten eigentlich ein Mensch steht der glaubt seinen gefühlten Mangel nach Liebe in der Kontrolle seiner Umwelt finden zu müssen. Entartet das und wird dieses Streben von der Umwelt mitgetragen (etwa weil es ausreichend viele equivalent traumatisierte oder schlicht weder mitdenkende noch mitfühlende Menschen gibt) so kann das zur globalen Katastrophe werden. Aber in jedem von uns steckt ebenfalls ein Diktator, der in kleinerem Aumaß versucht Gewalt über uns und unsere Mitmenschen auszuüben. Diesen zu erkennen und das grundlegende Trauma zu lösen ist wichtig für unsere persönlichen Beziehungen und für die Gesellschaft als ganzes.

Warum schreibe ich das?

Als ich mich vor einer Weile gerade selber bemitleidete weil ich mich da gerade ungeliebt fühlte kam mir der folgende Satz in den Sinn:

Auch Diktatoren sind lediglich Menschen die das Gefühl haben nicht genug geliebt zu werden."

Bin ich also auch ein Diktator? Es ist naheliegend daß ich mir damit nicht mehr leid tun konnte. Anders gesagt, ein Diktator ist dadurch charkterisiert daß er seine Umwelt gegen jeden Widerstand in die Form bringt die ihm vorschwebt. Aus Angst ihr ausgeliefert zu sein, keine Kontrolle zu haben. Diese Weltwahrnehmung ist nach Traumatisierungen etwa durch Gewalt häufig, weil der Mensch dort Machtlosigkeit erlebt und dieses Gefühl nicht annehmen kann oder will. Die daraus entstehende Welt spiegelt seinen inneren Zustand wieder, ohne Vetrauen in andere, beschrieben durch Angst vor anderen und Andersartigen. Angst vor Kontrollverlust, vor dem ausgeliefertsein. Und immer tun Diktatoren anderen das an wovor sie am meisten Angst haben. Zuerst den Anderen, dann den "eigenen" Leuten. Und immer werden sie von Menschen getragen denen im Wesentlichen eines fehlt: Empathie und Voraussicht, die eigentlich das gleiche Grundtrauma tragen. Immer die gleichen Muster von erlebter Machtlosigkeit und Schmerz und daraus der Glaube daß nur durch Kontrolle und Unterwerfung anderer Menschen das Gefühl von Sicherheit erzeugt werden kann das fehlt. Der Diktator in jedem von uns ist vermutlich auch die größte Bedrohung und Schwäche der Demokratie. Ohne ihn sind wir für Demagogen nicht zugänglich.

Was fehlt Diktatoren und ihren Anhängern?

Das Gefühl geliebt und angenommen zu sein, so wie sie sind. Liebe schlechthin. Nicht Liebe zu etwas, denn Liebe ist ein Zustand des wertschätzenden Anerkennens. Ihr Mangel ist charakterisiert duch ein Gefühl der Trennung. Ist man sich dieses Umstandes nicht bewußt versuchen Menschen oft Gruppen ähnlich gesinnter zu bilden um nicht mehr so alleine zu sein. Im wesentlichen um Bestätigung aus dem Außen zu bekommen und gleichzeitig über die Gruppe Macht über die als bedrohlich wahrgenommene Umwelt zu erlangen. Und durch die Menge an existierenden Diktatoren (wie vielleicht uns selbst) mit größerer oder kleinerer Gefolgschaft kann sie das auch sein. Wie die Geschichte aber zeigt ist diese Grundhaltung derart destruktiv daß sie nie tragend ist. Sie führt nur zu mehr Zerstörung und Trennung. Mangelnde Empathie (reiner Intellekt, unfähig in andere Menschen hineinzufühlen) gemischt mit Zorn (aus Demütigungen) und einem grundlegenden Gefühl der Unterlegenheit führt zu immer mehr Gewalt und Grausamkeit. So gut der Intellekt das auch zu kaschieren sucht. Immer passiert Abschottung und die Marginalisierung Andersdenkender. Die Empfindung von Wertschätzung und Anerkennung uns selbst gegenüber ist die Grundlage das auch für andere Menschen entwickeln zu können.

Daher: Schulung in Glücksbewußtsein, Liebe (vor allem Fähigkeit zur Selbstliebe als Grundlage jeder anderen Liebesfähigkeit) und Empathie ist von grundlegender Bedeutung für alle menschliche Gesellschaften und die wesentlichste Antwort auf viele derzeit auftauchenden gesellschaftlichen Fragen. Vor allem ist es die einzige tragfähige Antwort auf die immer wieder hochwallende Tendenz zu Faschismus und Ausgrenzung.

Liebe ist kein esoterischer Wahlspruch. Sie ist die Grundlage jeder funtionierenden Gesellschaft

Image credits siehe Wikipedia: Adolf Hitler, Josef Stalin, Pol PotIdi Amin   (generell creative commons, Im Fall der Darstellung von Adolf Hitler: „Bundesarchiv Bild 183-S33882, Adolf Hitler retouched“ von Bundesarchiv, Bild 183-S33882 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons.)


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Gelesen 1874 mal Letzte Änderung am Dienstag, 03 November 2015 16:50
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